Auf der Spur der Tour - Race am Rhein

Auf der Spur der Tour – Race am Rhein 2016

 

„Die Tour de France kommt 2017 nach Düsseldorf und du kannst schon in diesem Jahr Rennatmosphäre der weltweit größten Radsportveranstaltung schnuppern.
Denn die zweite Etappe der Tour mit Start im Herzen Düsseldorfs führt rund 50 km durch das attraktive Umland und bringt die Radprofis dann ein weiteres Mal zurück in die Landeshauptstadt. Und genau diesen Teil der Großen Schleife kannst du beim alltours Race am Rhein schon am 18.09.2016 fahren. Begib dich auf die Spur der Tour und werde Teil dieses einmaligen Ereignisses!!"

Als Peter im Frühjahr diesen LINK für das Race am Rhein an uns weiterleitete mit der Frage, wer denn Interesse hätte mitzufahren, war ich sofort begeistert. Wer möchte das einmalige Erlebnis, die Rennstrecke der Tour de France Profis  selber zu testen, schon verpassen?

Bei genauem Lesen hieß es dann, man könne zwischen 46 km und 92 km wählen, wobei bei der kürzeren Strecke eine Mindestdurchschnittsgeschwindigkeit von 25 km/h und bei der doppelten Länge 30km/h vorausgesetzt wurden. Da war klar, daß für mich nur die kürzere Strecke in Frage kommt.

Es fanden sich eine Reihe begeisterte Mitfahrer und wir hatten schnell je ein AS-Team für die beiden Streckenlängen zusammen.

Je näher der Termin rückte und je mehr Informationen ich vom Veranstalter bekam, umso mulmiger wurde mir. Da hieß es z. B. wer hinter den Besenwagen zurückfiele würde sofort aus dem Rennen genommen. Waren 25 km/h über 46 km für mich zu schaffen? Schließlich war ich noch nie ein Radrennen in dieser Form gefahren. Massenstart; über 3000 Teilnehmer und durch die Landeshauptstadt mit Tunneln und Straßenbahnschienen; alles Dinge, die ich überhaupt nicht einschätzen konnte.

Dann war der Sonntag da! Im Vorfeld mußten 2 Athleten aus dem 46er Team leider absagen, aber mit Frank und Regina sprangen zwei radfahrbegeisterte Asler kurzentschlossen ein. Schließlich machten wir vier vom Team „TriASse-Neukirchen-Vluyn46“ (Frank, Regina, Kirsten und ich) uns auf nach Düsseldorf.
Da jeder von uns eine andere zu erwartende Durchschnittsgeschwindigkeit angegeben hatte, waren wir alle in unterschiedliche Startfelder eingeteilt. Wir wollten aber als Team versuchen zusammen zu bleiben und stellten uns daher alle in das langsamste Feld auf, was kein Problem war.

Hier in der Startaufstellung wurde mir wieder bewusst, wie anders dieses Radrennen zu einem Triathlon war. Viel eher vergleichbar mit einem Marathon Start. Hunderte von Athleten drängten sich auf der Straße mit ihren Rädern. Die Stimmung war super! Selfies wurden geschossen und wild spekuliert, was da wohl auf uns zukommt. „Bist du die Strecke schon mal abgefahren?“ „Hast du gesehen, hinter Mettmann die Steigung?“ „ Wie das wohl im Tunnel wird?“ usw. Jetzt war ich wirklich aufgeregt, aber auch gespannt und ich freute mich, auf das was da kommen sollte. Pünktlich um viertel vor zwölf erfolgte dann der Startschuss. Es dauerte aber noch fast 20 Minuten bis unser Startfeld sich dann auch endlich in Bewegung setzte.
Alle fuhren flott aber gesittet los, doch schon bald "flogen" wir mit über 30 km/h durch die Innenstadt von Düsseldorf. Der erste Tunnel war schon beeindruckend. Ein bißchen Monaco Formel 1 Feeling machte sich bei mir breit. Cool

Bei der ersten wirklich nennenswerten Steigung zur Grafenberger Rennbahn hinauf, überholte ich plötzlich einen Athleten auf einem „Hollandrad“, mit Körbchen am Lenker! Das war hier wirklich ein „Jedermann“ Rennen. Meine Sorge, vom Besenwagen aufgesammelt zu werden, war total unbegründet. Im Team, mit Windschatten ließ es sich super fahren und wir hatten total Spaß. Die Stimmung am Streckenrand war ebenfalls bombastisch. Überall standen Zuschauer und feuerten lautstark die Radfaher an. Schließlich ging es ins Neandertal, vorbei am Museum und stetig bergauf Richtung Mettmann. Hier zog sich das Feld auseinander und auch wir verloren unsere 4 Frau Kirsten. Dafür gesellte sich eine Triathletin aus Köln zu uns, die prima tempomäßig passte. Nach der anspruchsvollen Steigung hinter Mettmann kam das, für mich coolste Stück. Es ging bergab! Eng und mit vielen Kurven! Fast wie Mallorca ;-)

Bei km 35, Frank und Regina fuhren ca. 100 m vor mir, schlug bei mir „Murphys Gesetz“ zu. Ich dachte gerade, dass jetzt in so einem Rennen ein Plattfuß echt blöd wäre und was soll ich sagen ­– kaum gedacht, merke ich, dass irgendetwas sich komisch anfühlt. Der Vorderreifen! Platt! Das kann doch nicht wahr sein! Im Ausrollen auf den Bürgersteig rufe ich noch einem vorbeifahrenden Athleten zu, er solle doch bitte dem Rest meines Teams (die mit den gelben Bienchentrikots) Bescheid geben, dass ich eine Panne habe.

So, und nun?! Ich hatte erst 1x einen Schlauch an meinem Rad gewechselt. Bei mir im Keller und nicht unter Zeitdruck - schließlich drohte der Besenwagen...

Also gut, es half ja alles nichts, Rad rumgedreht, Vorderrad raus und Mantel runter. Schon stand der erste Streckenhelfer bei mir und bot seine Hilfe an. Nur einen Schlauch hatte der auch noch nie gewechselt, war aber super im Werkzeug halten ;-)

Plötzlich standen Frank, Regina und Kirsten, die uns nun auch eingeholt hatte, neben mir. Mein Team war umgedreht um mir zu helfen!!! Frank hatte gerade das Vorderrad übernommen, als drei Männer ihm alles aus der Hand nahmen. Ich wollte gerade sagen, wir bräuchten keine weitere Hilfe, als mein Blick auf die Straße viel. Ah, ihr seid vom Servicewagen? Das ist ja toll! Na dann natürlich gerne. Innerhalb 1 Minute war mein Rad wieder auf der Straße. Wahnsinn, die Jungs hatten es drauf!

Mit 10 Minuten Zeitverlust ging es endlich weiter. Natürlich konnten wir nicht alle wieder überholen, die in der Zwischenzeit vorbeigerauscht waren, aber so einige haben wir schon noch wieder eingeholt. Zurück in Düsseldorf ging es noch einmal durch einen Tunnel und schließlich auf die Berliner Allee. Nach einer 180-Grad Kehre dann auf die Zielgerade, die wir „Dank meiner Reifenpanne“ als 4erTeam gemeinsam überquerten.

Letztendlich hatten wir über die 46km eine Durchschnittsgeschwindingkeit von etwas über 30km/h und haben die Strecke in 1Std 34 Min  (incl. 10 min Reifen Wechsel) bewältigt. Die Angst vor dem Besenwagen war also völlig unbegründet.

Was für ein Erlebnis! Eine so fantastische Veranstaltung sollte es öfter geben.

Auch das Team „TriaASse-Neukirchen-Vluyn92“ war sich einig, dass so Radfahren richtig Spaß macht.

Und hier noch einmal mein ganz spezieller Dank an Regina, Frank und Kirsten! Schließlich ist es nicht selbstverständlich im Rennen umzudrehen, um beim Schlauchwechseln zu helfen.

Viele Grüße
Marion

 

Das Team TriASse Neukirchen-Vluyn 46 vor dem Start ......      und los geht es!

Das Team TriASse Neukirchen-Vluyn 92

 

 Alle glücklich im Ziel!